Marokkos Generalkonsulat in Frankfurt – Von einer diplomatischen Vertretung zum Schauplatz von Chaos und Machtmissbrauch
Majdi Fatima Zahra
Das Generalkonsulat des Königreichs Marokko in Frankfurt ist längst kein diplomatischer Raum mehr, der die Belange der Diaspora koordiniert und ihre Interessen vertritt. Vielmehr hat es sich – nach übereinstimmenden Berichten und verifizierten Informationen – in ein Zentrum von Chaos und internen Machtkämpfen verwandelt, das das Ansehen des marokkanischen Staates im Ausland massiv beschädigt. Die Vorfälle legen eine tiefe Krise in der Verwaltungskultur offen. Offiziell steht Konsul Khalifa Ait Chaib an der Spitze der Einrichtung, doch zahlreiche Quellen berichten, dass die eigentliche Kontrolle bei einer lokalen Mitarbeiterin namens Azhar Al-‘Adraoui liegt, die den gesamten Tagesbetrieb steuert – fernab jeglicher administrativen Aufsicht. (Auf diese Person kommen wir in einem gesonderten Beitrag zurück.)
Mitarbeiter unter Druck und Angst
Innerhalb des Konsulats herrscht ein Klima der Einschüchterung. Einige Angestellte wurden willkürlich entlassen, andere sehen sich gezwungen, psychologische Behandlung in Anspruch zu nehmen, um die anhaltenden Spannungen zu bewältigen. Mehr als 15 Mitarbeiter sollen bereits Opfer dieser toxischen Strukturen geworden sein – darunter Personen, die fälschlicherweise der Belästigung beschuldigt wurden, und solche, deren berufliche und familiäre Existenz akut bedroht ist.
Körperliche Gewalt und Vertuschung
Besonders alarmierend: Das Konsulat hat sich zu einer regelrechten Kampfarena entwickelt. So wurde der Angestellte Choukri Zouiten von dem lokalen Bediensteten Mostafa El Yazidi brutal zusammengeschlagen – vor den Augen von Kollegen und Besuchern. Anstatt konsequente Disziplinarmaßnahmen einzuleiten, intervenierten der Konsul und Azhar Al-‘Adraoui, um den Fall intern unter den Teppich zu kehren. Für das Opfer endete der Vorfall mit der endgültigen Entlassung: ihm wurde offiziell untersagt, seinen Arbeitsplatz wieder zu betreten.
Machtmissbrauch gegenüber der Diaspora und Institutionen
Die Missstände betreffen nicht nur das Personal, sondern auch die marokkanische Gemeinschaft selbst. Die Politik des Konsuls ist von Ausgrenzung und Willkür geprägt – Vereine und insbesondere Fraueninitiativen wurden systematisch marginalisiert, während gleichzeitig zweifelhafte Allianzen mit kontroversen Gruppen gepflegt werden. Besonders schwerwiegend war der offene Konflikt mit der Banque Populaire in Frankfurt, der in der beispiellosen Ausweisung ihrer Vertreter aus dem Konsulat gipfelte – ein Schritt, der als direkter Schlag gegen die strategischen Interessen Marokkos und seiner Diaspora in Deutschland gewertet wird.
Finanzielle Unregelmäßigkeiten und Missbrauch staatlicher Ressourcen
Darüber hinaus deuten vorliegende Informationen auf gravierende finanzielle Unregelmäßigkeiten hin: Manipulation bei der Auszahlung von Tagespauschalen, die zweckwidrige Verwendung öffentlicher Mittel für private Empfänge sowie die Anstellung von Mohamed Bratit, einer Person mit Vorstrafen, als lokaler Mitarbeiter. Dass er sogar mit sensiblen Aufgaben betraut wurde, wirft ernste Fragen nach der Kontrolle über öffentliche Gelder und der Transparenz im Konsulat auf.
Marokkos Ansehen steht auf dem Spiel
Die aktuelle Situation in Frankfurt ist längst kein bloßer Verwaltungsstreit mehr, sondern eine nationale Angelegenheit, die das Bild Marokkos und seiner Institutionen im Ausland beschädigt. Sie untergräbt das Vertrauen der Diaspora in ihren Herkunftsstaat und gefährdet die diplomatischen Bemühungen, mit denen Marokko über Jahrzehnte hinweg seine Präsenz und Glaubwürdigkeit in Europa gefestigt hat.
Dringender Handlungsbedarf
Die Geschehnisse im Generalkonsulat Frankfurt erfordern eine sofortige Untersuchung und die Rechenschaft des amtierenden Konsuls. Nur durch entschlossenes Eingreifen können die staatliche Autorität wiederhergestellt, die Rechte der Mitarbeiter geschützt und die Interessen der marokkanischen Gemeinschaft in Deutschland gewahrt werden. Untätigkeit hingegen würde bedeuten, Machtmissbrauch, Korruption und die Aushöhlung strategischer Interessen stillschweigend zu dulden.